Tradium-Newsletter für Anleger

22.01.20

Innovationen mit Strategischen Metallen

Das neue Jahr beginnt für Strategische Metalle erst einmal beschaulich. Keine neuen Eskalationen zwischen USA und China, keine überraschenden Marktentwicklungen. Doch hier und da schieben sich kleine, spannende Neuigkeiten ins Licht der Aufmerksamkeit. Die Frankfurter Tradium (www.tradium-invest.com) berichtet in ihrem Newsletter gleich zweimal über junge Talente aus Deutschland, die mit ihren Innovationen aufgefallen sind. Während die einen mit einer neuen Methode zum Indium-Recycling am Boden bleiben, wollen die anderen mittels Ionenantrieb ganz hoch hinaus.

Gerade einmal 75 Tonnen Rhenium wurden 2018 weltweit gefördert. Die Einsatzzwecke des Technologiemetalls reichen von Katalysatoren bis zu High-Tech-Komponenten. Ein weiterer wichtiger Einsatzort sind Flugzeug-Triebwerke: Als Legierungsbestandteil macht Rhenium Triebwerke hitzebeständiger – dadurch können diese das Kerosin bei höheren Temperaturen verbrennen. Das ist effektiver und damit auch umweltfreundlicher als bisherige Triebwerke. Etwa fünfeinhalb Kilogramm Rhenium werden für ein Pratt & Whitney-Triebwerk der neuesten Generation benötigt.

Eine Marktstudie von Boeing ging Mitte 2019 davon aus, dass bis 2038 etwa 44.000 Verkehrsflugzeuge produziert werden. Bei zwei Triebwerken pro Flugzeug entstünde also allein in der Luftfahrt-Industrie ein Bedarf von etwa 20 Tonnen Rhenium pro Jahr. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Produktion von Rhenium im gleichen Maße steigen kann, da sie an die Kupfer- und Molybdänförderung gebunden ist. Zwar wird Rhenium auch per Recycling gewonnen – um damit jedoch größere Volumina wirtschaftlich produzieren zu können, müsste der Marktpreis noch deutlich steigen.
Satelliten zu steuern, war bislang schwierig und teuer. Ein deutsches Start-up ist dabei, das zu ändern: Morpheus Space entwickelt und verkauft Ionentriebwerke im Kleinstmaßstab. Als Antriebsmaterial (sog. Stützmasse) verwendet das fünfköpfige Team um Gründer Daniel Bock hochreines Gallium. Das System ist leicht skalierbar – in ausreichender Stückzahl werden die Mini-Triebwerke auch mit Lasten in Lkw-Größe fertig. Nach anfänglicher Skepsis ist die Nasa inzwischen Kooperationspartner und sieht Chancen, das Ionentriebwerk aus Dresden auch für die Mars-Missionen einzusetzen. In den nächsten Jahren dürfte sich Morpheus Space allerdings auf Antriebe für Kleinstsatelliten fokussieren. Solche, teils nur schuhschachtelgroße Satelliten wollen etwa Jeff Bezos oder Elon Musk zu Hunderten bis Tausenden in den Himmel schießen. Ein weiterer positiver Aspekt des neuen Antriebs: Die Satelliten können nach Erreichen ihrer Lebensdauer kontrolliert zum Absturz und zum Verglühen gebracht werden. So nähme der Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn nicht weiter zu. Da die Zahl der im All befindlichen Satelliten in den nächsten Jahren um ein Vielfaches steigen soll, ist dieser Aspekt vielleicht sogar der wichtigere.

Indium wird wie viele andere Technologiemetalle nur begrenzt gefördert, aber in noch geringerem Maße recycelt. Eine Ausgründung der TU Bergakademie Freiberg, die
RMF Tech GmbH, hat nun ein Verfahren entwickelt, das genau das ermöglichen soll. Beim Project-Pitch-Wettbewerb der swb Erzeugung AG & Co. KG überzeugte das Start-up mit seinem Verfahren zur Technologiemetall-Gewinnung sowie dem Geschäftsmodell. Die RMF Tech setzte sich beim Publikumspreis gegen acht weitere Start-ups durch. Das Start-up gewinnt Indium aus Reststoffen und Rückständen der Verhüttung und bereitet diese in Handelsqualität für die Industrie auf. So kann das 2019 ausgegründete Unternehmen den Rohstoffkreislauf schließen und einen wichtigen Beitrag zur Circular Economy in Europa leisten.

Nachhaltigkeit in den Emerging Markets

Schwellenländer bieten nachhaltige Anlagechancen

13.01.20

Frankfurt. Für zahlreiche Schwellenländer war die Wirtschaftsentwicklung in jüngerer Vergangenheit verhältnismäßig schwierig, unter anderem da China seit geraumer Zeit auf der Schuldenbremse steht und die Handelsstreitigkeiten mit den USA zusätzlich auf die Stimmung drückten. „Wir sind dennoch verhalten positiv, da die jüngsten Konjunkturindikatoren auf eine Stabilisierung in den Emerging Markets hindeuten. Die Konjunkturschwäche dürfte in China weiter anhalten, eine relativ stabile bis positive Wachstumsbilanz ist aber im Rest von Asien auszumachen, insbesondere in Indien oder Indonesien. In Lateinamerika sind wir besonders positiv bezüglich einer Wachstumsbeschleunigung in Brasilien. Und in Osteuropa wiederum trotzen bisher die meisten Länder der Wachstumsschwäche in der EU. Alles in allem erscheinen die Emerging Markets für Investoren in diesem Jahr wieder interessant, nachdem bereits 2019 wieder ein positives Aktienjahr war“, so Raphael Lüscher, Fondsmanager bei Swisscanto.

In punkto Nachhaltigkeit bieten sich in den Schwellenländern weiterhin Chancen. Einerseits besteht unverändert Nachholbedarf gegenüber den westlichen Industrienationen, andererseits wird die nachhaltige Transformation weiter forciert. „Wir halten aktuell Brasilien für attraktiv. Wichtige Reformen im Sozialsystem wurden auf den Weg gebracht, als nächstes stehen Steuerreformen auf dem Programm. Die Wirtschaft beschleunigt sich, der Arbeitsmarkt wächst wieder und das Konsumentenvertrauen verbessert sich. Wir sind deshalb zuversichtlich für den brasilianischen Aktienmarkt in 2020, auch weil die Bewertungen nach wie vor günstig sind. Banken und zyklische Konsumgüter sind interessant, aber auch Wasserversorger gehören zu unseren Favoriten. So sollen etwa enorme Investitionen für den Fluss Rio Tietê in São Paulo bereitgestellt werden, um diesen zu säubern und die Lebensqualität für die Bewohner zu erhöhen“, sagt Lüscher.

Chinas bewusste Schuldenbremse hat zwar das Wachstum verlangsamt, aber schlussendlich wächst Chinas Wirtschaft immer noch mit rund sechs Prozent. Die Umweltprobleme sind über die vergangenen Jahre bereits von Chinas Regierung angegangen worden, sie befinden sich aber noch auf einem langen Weg. „In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass chinesische Unternehmen vergangenes Jahr mehr Kapital in Umwelt als in Automatisierung investierten. Wir gehen von einer Fortsetzung dieses Trends aus und der entsprechenden Partizipation von Unternehmen aus dem Umweltsektor“, meint Lüscher.

Das steigende Mobilitätsbedürfnis ist ein Riesenthema. Benzin- und dieselbetriebene Autos sind auch in Indien nach wie vor die Regel und eine enorme Quelle von Luftverunreinigung, obwohl das Land weltweit noch eine der tiefsten Fahrzeuge pro Kopf-Quote ausweist. Auch die intensive Nutzung von fossilen Brennstoffen in den Haushalten durch ärmere Bevölkerungsschichten oder in der Stromproduktion ist ein großes Problem Indiens. Dieses Problem zu bekämpfen ist eine Hauptaufgabe und Anleger können mit nachhaltigen Investments einen Beitrag dazu leisten, der sich auch finanziell lohnt“, so Lüscher.

Optionsscheine

CME-Börse eröffnet Handel mit Bitcoin-Optionen

13.01.20

Aus BTC-Echo. Bitcoin erreicht den börslichen Handel. Künftig können Investoren an der CME-Börse Bitcoin-Optionsscheine handeln, die ihren Basiswert aus Futures beziehen. Dies könnte das riskante Wettgeschäft auf sinkende Bitcoin-Kurse beflügeln und zu einer hohen Volatilität der Kryptowährung führen. Ab heute(13. Januar) können neben Futures auch Optionen auf Bitcoin an der Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) gehandelt werden. Somit lockt das Wettgeschäft auf die Kursbewegungen von Bitcoin auch institutionelle und professionelle Anleger. Doch laut Bankenriese JPMorgan hängt ein Damoklesschwert über dem Bitcoin-Kurs.

Nachdem die Handelsplattform Bakkt Optionsscheine auf Bitcoin bereits im Dezember eingeführt hat, folgt mit der CME nun eine der größten Terminbörsen der Welt. Künftig steht Investoren der Handel mit Bitcoin-Optionen, denen Futures als Basiswert zugrunde liegen, an der Börse offen. Für einen nennenswerten Anstieg des Handelsvolumens müssen jedoch erst noch größere Summen in das neue Derivat bewegt werden. Das Handelsvolumen der Futures steigt hingegen bereits merklich. Nikolaos Panigirtzoglou, Managing Director Global Market Strategy bei JPMorgan, erklärte in einer Mitteilung gegenüber Bloomberg: Es gab in den letzten Tagen einen schrittweisen Anstieg der Aktivität des zugrundeliegenden CME-Futures-Kontrakts. Diese ungewöhnlich starke Aktivität in den letzten Tagen dürfte die hohe Erwartungshaltung der Marktteilnehmer an den Optionskontrakten widerspiegeln.

Einem Bericht von JPMorgan entsprechend, der Bloomberg vorliegt, bestehe ein Ungleichgewicht zwischen dem intrinsischen Wert und dem Marktpreis von Bitcoin. Bei der Berechnung des intrinsischen Wertes von Bitcoin wird die Kryptowährung als Rohstoff behandelt und die Kosten der Produktion einschließlich eingesetzter Rechenleistung und Stromkosten eingepreist. Obwohl der intrinsische Wert von Bitcoin zwar insgesamt leicht gestiegen sei, liege er dennoch unter dem gehandelten Marktpreis. Der Kalkulation nach besteht somit die Gefahr eines Wertverlustes von Bitcoin, wenn sich der Marktpreis dem intrinsischen Wert angleicht. Dahingehend erklärte Panigirtzoglou: Der Marktpreis ist seit seinem Höchststand um fast 40 Prozent gesunken, während der intrinsische Wert um etwa 10 Prozent gestiegen ist. Die Lücke hat sich noch nicht vollständig geschlossen, was darauf hindeutet, dass ein gewisses Abwärtsrisiko bestehen bleibt.

Neben dem intrinsischen Wert akkumuliert sich der Kurs der Kryptowährung aber vor allem durch seinen extrinsischen Wert. Dieser errechnet sich durch den zugeschriebenen Wert, der sich durch Angebot und Nachfrage ergibt. Ist das Angebot begrenzt und steigt die Nachfrage, steigt im Umkehrschluss auch der Wert. So führt das bevorstehende Halving im Mai dieses Jahres zu einem Anstieg des Stock-to-Flow-Verhältnisses, was zu einer Kurssteigerung führen könnte. Das Halving halbiert die Bitcoin-Belohnung für Miner. Letztlich verknappt sich dadurch das Angebot an neuen Bitcoin, was bei einer gleichbleibenden oder steigenden Nachfrage zu einem Anstieg des Bitcoin-Kurs führt. Dies haben die vorherigen Halvings jeweils unter Beweis gestellt.

Kutzers Zwischenruf

Die Frauen sind schuld!

23.04.19

Hallo allerseits! Ich war ziemlich gespannt, ob die ersten Analysen nach Ostern anders klingen als vorher und vielleicht zur Aufhellung der Börsenperspektiven beitragen. Fehlanzeige. Ein paar neue Rundschreiben internationaler Anlagestrategen untersuchen die Risiken für die Konjunktur und die Chancen für die Börsen durch die Geldpolitik der Notenbanken. Aussagen wie gehabt, wobei ausdrücklich keine Rezessionsangst verbreitet wird. Wen wundert’s, dass die Aktienmärkte heute mit kaum veränderten Kursen eröffneten.

Interessanter dagegen die Gothaer Anlegerstudie 2019, denn sie hat eine bekannte Grundtendenz nicht nur bestätigt, sondern zugleich verstärkt. Kernfrage: Was ist den Deutschen bei der Geldanlage wichtig? Sicherheit liegt mit 57 Prozent (Vorjahr: 52) Prozent nach wie vor an erster Stelle. Beim weiblichen Teil der Bevölkerung ist der Wunsch nach Sicherheit sogar noch ausgeprägter: 60 Prozent der Frauen gegenüber 53 Prozent der Männer sehen Sicherheit als den wichtigsten Aspekt bei der Geldanlage an. Männer (12 Prozent) setzen dagegen eher auf möglichst hohe Rendite als Frauen (6 Prozent).

Nee, das Ganze ist nicht frauenfeindlich, aber die Zahlen sind eindeutig. Auch bei der Frage nach den größten Befürchtungen bei Geldanlagen erkennt man deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Angst, dass die Eurozone auseinanderbricht und ihre Geldanlagen dann nicht mehr sicher sind, hegen 27 Prozent der Frauen, aber nur 21 Prozent der Männer. Auch die Sorge, dass die Preise und Alltagskosten steigen und somit die Geldanlagen an Wert verlieren, ist bei Frauen mit 63 Prozent der Befragten deutlich höher als bei Männern (54 Prozent). Die Studie zeigt, dass Frauen in Finanzfragen deutlich sicherheitsorientierter sind als Männer. Das spiegelt sich auch in der Wahl der Anlageformen wider: Frauen investieren beispielsweise deutlich seltener in Aktien (16 Prozent) als Männer (22 Prozent). Dazu passt: Auch bei der Frage, ob sie bereit wären zu Gunsten einer höheren Rendite ein höheres Risiko bei der Geldanlage einzugehen, zeigt sich bei den weiblichen Befragten eine deutlich geringere Risikobereitschaft.

Aha. Da haben wir’s. Vor allem unsere Frauen sind also für das falsche Sparen in Deutschland verantwortlich. Deshalb sind alle Aktienförderer (einschließlich der Ehemänner) gefordert, geschlechtsspezifische Maßnahmen zur Popularisierung des sinnvollen Investierens in Unternehmensbeteiligungen zu ergreifen

UBS Asset Management

Erster nachhaltiger ETF auf den S&P500

14.04.19

hk FRANKFURT. UBS Asset Management (UBS AM) legt den ersten ETF überhaupt auf, der Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage mit dem S&P 500 Index kombiniert: den UBS ETF S&P 500 ESG UCITS ETF. Als Innovationsführer im Bereich Sustainable Investing kooperiert UBS AM mit S&P Dow Jones Indices und RobecoSAM und legt mit dem UBS S&P 500 ESG UCITS ETF einen ETF auf, der auf dem S&P 500 ESG Index basiert und sich an Investoren richtet, die Fokus und Wert auf Nachhaltigkeit legen.

„Wir sind Marktführer im Bereich nachhaltiger ETFs“, sagt Clemens Reuter, Head of ETF & Passive Investment Specialists. „Der neue UBS S&P500 ESG ETF ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen UBS Asset Management und S&P Dow Jones Indices. Wir haben hier ein eine neue Art von Sustainability ETFs entwickelt, die Core-Investments mit einem ESG-Exposure verbindet – und das auf Grundlage des größten und wichtigsten Aktienindex der Welt."
Der ETF ermöglicht es Investoren, an der Entwicklung des S&P500 teilzuhaben, bei gleichzeitiger Berücksichtigung nachhaltiger Faktoren. Unternehmen, die in den Bereichen Umwelt, Soziales und der Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance – ESG), schlechte Bewertungen aufweisen, werden dabei ebenso ausgeschlossen wie Unternehmen aus der Tabakindustrie und Produzenten umstrittener Waffentechniken. Der UBS ETF S&P 500 ESG UCITS ETF ist sowohl in US-Dollar, als auch als Anteilsklasse währungsgesichert gegenüber Schweizer Franken, dem Euro und dem Britischen Pfund verfügbar.

Anlagealternativen

Zwei heiße Rohstoffe

20.02.19

hk – Rohstoffe als Alternative oder Ergänzung des Portfolios werden international zunehmend empfohlen. Gold gehört als Sicherheitselement in jedem Fall dazu, möglichst in physischer Form, und zwar unabhängig von der Preisentwicklung: Ich will mit dem güldenen Metall kleine Rendite erzielen (das kann man natürlich auch anders sehen). Meine Empfehlung: Kleine Barren und international bekannte Münzen bis maximal 1 Feinunze.


Das lange vernachlässige Silber hat sich im vergangenen Herbst stabilisiert und in jüngster Zeit preislich erholt (inzwischen bei 16 Dollar je Feinunze). Schweizer Fachleute erzählen mir überzeugend, dass Silber große Chancen für einen langfristigen Preisanstieg hat, weil es für alle möglichen Zwecke der Hightech-Industrien zunehmend gebraucht wird.


Noch heißer ist ein ganz anderer Rohstoff: Haben Sie schon von "Zeolith" gehört? Wenn nicht, bitte googeln! Natürliches Zeolith ist ein Industriemineral, und zwar ein Vulkangestein mit erstaunlichen Filtereigenschaften. Es gilt u.a. als ein begnadeter Problemlöser im Umweltschutz und hat unglaublich viele Einsatzmöglichkeiten (etwa auch im Gesundheitswesen). Ich habe jetzt ein Unternehmen kennengelernt (noch nicht börsennotiert), das nach eigener, wissenschaftlich fundierter Darstellung Zugang zu den Vorkommen mit der höchsten Reinheit weltweit hat! Investoren, Händler und Verbraucher können sich an der Entwicklung dieses spannenden Rohstoffs beteiligen. Wer ernsthaft interessiert ist, möge mir eine E-Mail schicken und erhält dann Detailinfos.