Aus „Der OnVista-Börsenfuchs“

Man soll das Feste feiern!

Hallo Leute! Gerade kommt der neue ifo rein – Jubel! Denn die deutsche Wirtschaft ist in festlicher Stimmung. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Dezember von 110,4 auf 111,0 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich auf den höchsten Stand seit Februar 2012. Auch der Ausblick auf das erste Halbjahr 2017 fiel leicht optimistischer aus.

Ihr kennt ja den alten Spruch „Man soll (oder muss) die Feste feiern, wie sie fallen“. Aus Börsensicht finde ich den nicht so prickelnd, weil sprachlich beide Trends zugleich drinstecken – fest und fallen. Deshalb meine leicht modifizierte Empfehlung in der Überschrift. Hey, das „das“ ist schon hintergründig: Ich rate ja seit langem dazu, sich nicht zu intensiv mit dem Warum von Kursbewegungen zu beschäftigen. Das kostet nämlich zu viel Zeit und Energie. Und am Ende wissen wir doch nicht wirklich, wieso es rauf oder runter gegangen ist. Wichtiger ist, mehr über das Wann rauszukriegen. Ich plädiere also nicht für das sogenannte antizyklische Verhalten, sondern will kaufen, wenn die Big Boys des Aktienmarkts kaufen – und verkaufen, wenn sie die Schnauze voll haben. Momentan spricht fast alles dafür, dass es 2017 zunächst einmal weiter aufwärts gehen wird. Aber passt auf Trump auf, der Kerl bleibt mir voll suspekt!

Was vielen gründlichen, nachdenklichen Germanen so schwer fällt: Freut Euch einfach über die neuen Jahreshöchststände im Zuge der Jahresend-Rally! Je nach Ausgangslage kann Freude damit verbunden werden, die mittlerweile angefallenen Kursgewinne mitzunehmen (jedenfalls teilweise) oder Stop-Loss-Limite nach zu ziehen. Mit neuen Käufen würde ich – von gezielten, einzelnen Okkasionen abgesehen – allerdings bis zur nächsten Schwäche abwarten.

Ich hoffe ja, dass Ihr alle längst dabei seid, meine Freunde. Und vielleicht haben viele von Euch aus dem Spekulationstopf wenigstens ein bisschen was auf die zusammengeknüppelten Bankaktien gesetzt. Dann könntet Ihr jetzt auf meine Empfehlung (bei 12 Euro) Deutsche Bank anstoßen.


Apropos Deutsche Bank: Die empfiehlt heute Ami-Land aus Währungsgründen und schreibt mir: „Sie wollen zum Weihnachtsshopping nach New York? Buchen Sie kurz entschlossen, der Dollar ist womöglich nur noch für kurze Zeit über der Parität zu haben. Schließlich strömt derzeit aus fast allen Teilen der Welt Kapital in die USA – der höheren Zinsen wegen. Der Renditeunterschied zwischen zehnjährigen US- und deutschen Staatsanleihen ist mit 2,27 Prozentpunkten so hoch wie seit 1989 nicht. Wenn es also dieses Jahr nichts wird mit Big Apple, könnten Sie Ihr Geld schon mal vorschicken. Ende 2017 könnte ein US-Dollar mehr wert sein als ein Euro.“ Da haben die Banker ganz schön Recht, wie ich finde.