Newsletter der Tradium GmbH

Bei Seltenen Erden wird es wieder spannend

Noch sind wir weit entfernt vom Jahr 2035 – doch zwei der Metalle, die wir in unserem letzten Newsletter als besonders kritisch beschrieben hatten, haben sich im August spürbar verteuert. Die Preise für Dysprosium und Terbium haben angezogen, da Produzenten nicht länger gewillt sind, mit geringsten Margen zu agieren. Dagegen fehlen bei allen anderen Seltenerd-Metallen notwendige Impulse, um den Markt zu beleben. Mit dem Ende der Sommerferien könnte sich dies durch eine Wiederbelebung der Nachfrage jedoch bald ändern.

Metal-Pages berichtet in diesen Tagen, dass Chinas Industrieministerium einen Gesetzesentwurf verabschiedet hat, um den massiven Überkapazitäten zu begegnen. Die Regierung hat verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen, um neue Standards für Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Energieverbrauch und Emissionswerte durchzusetzen. Es wird erwartet, dass eine ganze Reihe von Produzenten daran scheitert und in der Folge viele Fabriken geschlossen werden.

Die Marktanalysten von Roskill berichten von neuen Plänen der chinesischen Regierung im Kampf gegen illegalen Bergbau. Demnach plant Peking die Einführung eines Systems zur Produktrückverfolgung durch die komplette Fertigungskette. Man erwartet, dass ein solches System schon in naher Zukunft viele Marktteilnehmer abschrecken wird, auch weiterhin illegales Material zu verarbeiten. Es drohen Aufnahme in schwarze Listen und unerwünschte Aufmerksamkeit in den Medien.

Ein neues Pigment in strahlendem Blau ist dabei, den Markt zu erobern. Der Farbstoff basiert u.a. auf den Metallen Indium und Yttrium. Seine einzigartigen Eigenschaften eröffnen der Industrie mannigfaltige Vorteile für eine ganze Reihe von Lacken und Kunststoffen. Durch sein erhöhtes Infrarot-Reflexionsvermögen könnte dieses Pigment eine wichtige Rolle zur Steigerung der Energieeffizienz einnehmen. In Farben kann es z.B. dazu beitragen, Gebäude kühl zu halten. Im Vergleich zu vielen anderen Pigmenten wird es ausschließlich aus nicht-toxischen Bestandteilen hergestellt. Seine Haftbarkeit gilt von extremer Dauer.

Nachdem in den letzten Monaten viele chinesische Fabriken geschlossen wurden, ist das Überangebot an Gallium deutlich rückläufig. Mit dem Ende der Sommerzeit in Europa und den USA wird mit einer deutlichen Wiederbelebung der Gallium-Nachfrage gerechnet. Aus Fernost wird verstärkt von Vertragsabschlüssen über größere Volumina berichtet. Während Bestandskunden das historisch niedrige Preisniveau nutzen, um Bedarfe langfristig zu decken, kommen zunehmend neue Kunden hinzu, deren Produkte inzwischen Marktreife erreicht haben und einen steigenden Gallium-Bedarf erfordern.