KFM-Telegramm

Anleger können die EZB auskontern!

Von HANS-JÜRGEN FRIEDRICH, Vorstand Deutsche Mittelstand AG
DÜSSELDORF. Zum 08.06.2016 startet eine neue Ära in der EZB-Politik. Ab dann kauft die europäische Zentralbank nicht nur Staatsanleihen, sondern auch Unternehmensanleihen aus dem Euroraum an den Wertpapiermärkten. Im Fokus stehen dabei Anleihen im Investmentgrade. Die Zinsen für solche Unternehmensanleihen sind schon seit einiger Zeit auf niedrigem Niveau und einige weisen bereits eine Negativrendite aus. Dies trifft auch auf Staatspapiere zu. Eine Änderung dieser Situation ist nicht in Sicht.
Vielmehr bereitet die EZB-Politik den Banken und Versicherungen großes Kopfzerbrechen. Das Geschäftsmodell dieser beiden Branchen wird von der EZB regelrecht torpediert. Leidtragende sind Mitarbeiter und Kunden. Banken und Versicherungen schließen Filialen und müssen Mitarbeiter entlassen. Diese stehen den Kunden als Berater/Betreuer nicht mehr zur Verfügung. Zusätzlich werden die Zinsen weiter gesenkt und driften in den Minusbereich ab. In der Versicherungsbranche wird ein weiteres Absenken des Garantiezinses von derzeit 1,25% auf 0,9% diskutiert und möglichweise auch gesetzlich verordnet. Der Ergo Versicherungskonzern trennt sich von dem gesamten klassischen Lebensversicherungsgeschäft. Mehr als sechs Millionen Policen mit festen Garantien landen auf einer Extra-Müllkippe. Für die Versicherten ist das eine schlechte Nachricht: Sie müssen sich auf sinkende Renditen einstellen.
Die Auswirkungen sind eindeutig: Kunden erhalten künftig weniger Beratung und Betreuung und werden für die eingelegten Spar- und Termineinlagen mit Zinsabschlägen rechnen müssen.
Eine Studie der DZ-Bank belegt, dass die Finanzminister aus dem Euroraum von dieser Entwicklung profitieren. Verlierer sind die Anleger, wenn sie nicht andere Anlageformen nutzen. In der Eurozone befinden sich rund 9 Billionen Euro auf Einlagekonten. Rund 2 Billionen Euro allein nur in Deutschland.
Die Zinsen für festverzinsliche Anlagen, Spar- und Termineinlagen fallen weiter. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Investoren, die in den vergangenen Monaten Unternehmensanleihen von mittelständischen Unternehmen als Anlage nutzten, haben Grund, sich zu freuen. Zinssätze deutlich oberhalb der Inflationsrate tragen zur Vermögensmehrung bei. Das setzt natürlich voraus, dass Anleger in der Lage sind, Anleihen mit guter Bonität und einem attraktiven Chancen-/Rendite-Verhältnis auszuwählen. Wer sich mit dieser zeitaufwendigen Aufgabe nicht auseinandersetzen möchte, der nutzt auch die Möglichkeiten von Anleihen-Fonds, die mit Hilfe von geeigneten Auswahlverfahren die Spreu vom Weizen trennen. Die bisherige Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds im Vergleich mit den Indizes zeigt, dass sich mit sorgfältig ausgewählten Unternehmensanleihen des Mittelstandes attraktive Erträge erzielen lassen.
Allen Anlegern, die den anstehenden Volleyschuss von Herrn Draghi beherzt abwehren, einen geschickten Konter fahren und treffsicher „einnetzen“ wollen, wünsche ich eine gute “Klebe“, so dass es am Ende 1:0 für Ihre Geldanlage steht. Dafür können Sie auch den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds in Ihren persönlichen Anlagekader nominieren.