Newsletter der Tradium GmbH

Langfristig starker Zuwachs bei strategischen Metallen

Die aktuell niedrigen Preise für strategische Metalle forcieren deren Einsatz und Begehrlichkeit für Neuentwicklungen. Gleichzeitig verhelfen sie neuen Technologien zum Durchbruch. Zu dieser Einschätzung gelangt die Frankfurter Tradium GmbH, einer der führenden Händler, in ihrem neuen Marktbericht.

“Höchste Priorität gilt der Weiterentwicklung”. Mit diesen Worten hat China’s Premier Li Keqiang den diesjährigen Volkskongress eröffnet. Es ist allgemein bekannt, dass China einen enormen Nachholbedarf bei der Modernisierung seiner Industrie hat. Trotz rückläufiger Wirtschaftsdaten will man den strukturellen Umbau nun massiv vorantreiben. Ob Energiegewinnung, Mobilität oder Stahlerzeugung. In den Jahren hoher Wachstumsraten hat es China schlichtweg versäumt, seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden.
Neuer Umweltgedanke in China. Peking will die Energieversorgung neu strukturieren. Weniger Kohle – mehr erneuerbare Energie! In den nächsten fünf Jahren will China den Anteil an Photovoltaik auf 100 GW ausbauen. Gemessen an einer PV-Kapazität von gerade einmal 13,5 GW Ende 2015 ist diese Zahl sehr beeindruckend. Dies sollte den Markt für sogenannte CIGS-Solarzellen deutlich ankurbeln. Laut dem Fachmagazim Metal-Pages benötigt man für 1 GW CIGS ca. 30 t Indium plus weitere 15 bis 20 t Gallium. Für beide Metalle wäre dies eine große Herausforderung gemessen an den aktuellen Produktionszahlen. Derzeit werden weltweit ca. 1.300 t Indium sowie ca. 400 t Gallium produziert. Aber auch Windkraft soll weiter ausgebaut werden. Ein Bedarfsanstieg von Spezialmagneten wäre die Folge. Und diese benötigen Seltene Erden wie z.B. Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium.

Chinas Wandel beim Automobil. Fahrzeuge mit neuartigem Energieantrieb stehen dabei im Fokus. Dazu gehören neben Elektro- und Hybrid-Autos auch Brennstoffzelle und Wasserstoff-Antrieb. Chinas Fertigung soll bis zum Jahr 2020 auf jährlich 2 Millionen Stück anwachsen. Der rasante Anstieg der Fertigungszahlen wird zu einem erhöhten Bedarf an Permanentmagneten führen. Steigende Verbrauchsmengen der Seltenerd-Metalle Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium sind die Folge.

Hinzu kommt der Kampf gegen die Luftverschmutzung. Wie uns in den Medien immer wieder vor Augen geführt wird, hat China ein massives Problem mit der Luftverschmutzung. Zum Leidwesen von Mensch und Natur! Auch hier setzt der diesjährige Volkskongress einen Schwerpunkt. Viele Industrieanlagen müssen mit entsprechenden Reinigungsanlagen nachgerüstet werden. Und auch diese benötigen eine Reihe von Technologiemetallen und Seltenen Erden, deren Verfügbarkeit langfristig als kritisch eingestuft wird.

Abgesehen von China gilt die Luftfahrt als ein Wachstumstreiber . Metal-Pages berichtet in diesen Tagen von einem massiven Bedarfsanstieg für kritische Metalle in der Flugzeugindustrie. In einem Gespräch mit dem amerikanischen Triebwerks-Hersteller Pratt & Whitney berichtet dieser, dass volle Auftragsbücher die Fertigung von Triebwerken massiv in die Höhe treiben wird. In der Folge soll sich der Bedarf an Chrom, Molybdän, Tantal und Kobalt in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Der Bedarf an Rhenium soll von zuletzt 9 t auf über 20 t pro Jahr ansteigen. Bei einer Jahresproduktion von gerade einmal 55 t Rhenium sind Engpässe somit vorprogrammiert.